Acht Fragen an Andreas Mose von Kaffeeprojekt

Hallo Andi, dein derzeit­iges Pro­jekt heißt „Kaf­feep­ro­jekt“ – was genau ver­birgt sich hin­ter diesem Namen?
Nun, der Name “Kaf­feekam­pagne” war schon vergeben und “Kaf­feep­ro­jekt” hatte den schö­nen, pro­vi­sorischen Klang eines Star­tups. Mit der Firma möchte ich ein ähnliches Konzept wie die Gün­ter Faltins Teekam­pagne, aber auf Kaf­fee ange­wandt, umsetzen.

Die Auf­gabe von Kaf­feep­ro­jekt ist es dem End­kun­den einen “Luxu­skaf­fee”, namentlich den Jamaica Blue Moun­tain Kaf­fee, zu einem fairen Preis bei höch­ster Qual­ität anzu­bi­eten. Jamaica Blue Moun­tain ist unter Kaf­feeken­nern eine bekan­nte Marke und wird weltweit sehr geschätzt. Er gilt als einer der besten, aber eben auch teuer­sten Kaf­feesorten. Nor­maler­weise kostet ein Kilo um die 100 €. Ein fairer Preis bedeutet bei Kaf­feep­ro­jekt aber 56 € pro Kilo.

Warum kannst du den Kaf­fee so viel gün­stiger anbi­eten?
Um das Ziel des fairen Preis-Leistungsverhältnisses zu ver­wirk­lichen, wird direkt in Jamaika eingekauft und jeglicher Zwis­chen­han­del  umgan­gen. Das Kaf­feep­ro­jekt konzen­tri­ert sich nur auf Jamaica Blue Moun­tain Kaf­fee, um jegliche Verzettelung zu ver­mei­den, große Men­gen bestellen zu kön­nen und die Prozesse so ein­fach wie möglich zu hal­ten. Es wer­den darüber hin­aus so viele Prozesse wie nur möglich an pro­fes­sionelle Fir­men aus­ge­lagert, um die eige­nen Ressourcen auf die unternehmerischen Auf­gaben zu konzen­tri­eren zu können.

Wo und wie kam dir die Idee?
Ich kaufte mir in 2010 das Buch “Kopf schlägt Kap­i­tal” von Gün­ter Faltin. Während des Lesens musste ich an meine Zeit als Mitar­beiter im kleinen “Café am Schloss” (www.cafe-am-schloss.eu) in Ingol­stadt denken. Dort kam ich auf den Kaf­feegeschmack — vorher hatte ich dafür generell recht wenig übrig, wenn ich mich nicht wach­hal­ten musste. Das änderte sich aber sehr schnell, als ich dort die Gele­gen­heit erhielt die ver­schieden­sten Sorten ken­nen­zuler­nen und auszupro­bieren. Da offen­barten sich wahrhaftige Geschmack­sex­plo­sio­nen gegenüber dem typ­is­chen Supermarktkaffee.

Ich kon­nte also gar nicht anders, als darüber nach­denken, ob die mir bekan­nten Luxu­skaf­feesorten zu einem besseren Preis-Leistungsverhältnis ange­boten wer­den kön­nen. Allerd­ings war das damals nicht meine einzige Idee und ich ver­brachte nach dem Lesen viel Freizeit damit an ver­schiede­nen Ein­fällen zu arbeiten. Häu­fig auch an mehreren gle­ichzeitig — sehr zum Lei­d­we­sen meiner Ver­lobten, die häu­fig auf mich verzichten musste. Aber die Grun­didee von Kaf­feep­ro­jekt lies mich ein­fach nicht mehr los — das Ergeb­nis sehen wir heute.

Grün­d­est du mit einem Team oder hast du andere Unter­stützung?
Ich habe alleine gegrün­det, habe aber von vie­len Leuten Rat und Hilfe erfahren. Zum Beispiel die Jungs von Frech und Wuest (www.frechundwuest.de) hat­ten immer wieder Tipps für mich und ermöglichten mir den Zugang zu eini­gen gün­sti­gen Dienstleistern.

Was sind die größten Her­aus­forderun­gen bzw. welche Schwierigkeiten gab es bisher?
Das schwierig­ste war es überhaupt Kon­takt mit einem  Plan­ta­genbe­sitzer in Jamaika herzustellen, der an eine Zusam­me­nar­beit inter­essiert war. Da ich lei­der nicht sel­ber hin­fliegen kon­nte, war ich auf Email und Tele­fon angewiesen. Danach musste Kaf­feep­ro­jekt als Impor­teur reg­istri­ert wer­den und die Rechte für die Marken­nutzung erwer­ben, ohne die eigentlich kein Kaf­fee als Jamaica Blue Moun­tain Kaf­fee verkauft wer­den darf. Ins­beson­dere als es um die Marken­rechte ging, mussten ver­schiedene Anforderun­gen an das Etikett erfüllt wer­den. Das dauerte eine ganze Weile, da zahlre­iche Anpas­sun­gen nötig waren und ich immer zwis­chen dem Cof­fee Indus­try Board in Jamaika und meiner Designerin stand und die jew­eili­gen Entwürfe bzw. Anforderun­gen weitervermittelte.

Die größten Her­aus­forderun­gen ste­hen aber noch bevor: Näm­lich festzustellen, ob dem Kun­den ein aus­re­ichen­der Nutzen geboten wird, dass er das Kaf­feep­ro­jekt durch seine Einkäufe zu einem nach­halti­gen Wach­s­tum verhilft.

Woher kommt das Kap­i­tal für die Grün­dung?
Bisher auss­chließlich aus Eigen­mit­teln. Mir ist die unternehmerische Frei­heit sehr wichtig — ich möchte meine eige­nen Ideen umset­zen und nicht die von irgendwelchen Inve­storen. Das Kaf­feep­ro­jekt soll deshalb ein Inhab­erge­führtes Unternehmen mit langfristiger Strate­gie sein, das nicht die Inve­storen­in­ter­essen, son­dern den Kun­den­nutzen im Fokus hat. Dafür nehme ich auch gerne ein langsameres Wach­s­tum hin.

Welche Mar­ket­ing­maß­nah­men hast du geplant um dein Pro­jekt bekannt zu machen (welches Bud­get)?
Also Google Adwords wird am Anfang wahrschein­lich kaum zu ver­mei­den sein, um das ganze anzuschieben. Außer­dem wird auch Suchmaschinen-Optimierung eine Rolle spie­len. Eine solche gün­stig und nach­haltig umzuset­zen ist eine ganz beson­dere Her­aus­forderung. Ein fixes Bud­get ist dafür jedoch nicht vorge­se­hen. Vielmehr werde ich ver­suchen iter­a­tiv vorzuge­hen, also zuerst einige wenige Maß­nahme ein­leiten, das Kosten-Nutzen-Verhältnis prüfen und eine Entschei­dung zur Beibehal­tung oder Abschaf­fung tre­f­fen. Dann erst wer­den weit­ere Maß­nah­men ein­geleitet. Neben­bei hoffe ich natür­lich auf die Weit­erempfehlung durch meine zukün­fti­gen Kunden.

Da ich außer­dem für den Grün­der­preis der von Gün­ter Faltins Stiftung Entre­pre­neur­ship nominiert bin, kommt mir vielle­icht auch dadurch etwas Aufmerk­samkeit zugute, sofern die Kun­den und Fans auch für das Kaf­feep­ro­jekt abstimmen.

Wie sehen deine zukün­fti­gen Ziele aus und wie planst du sie zu erre­ichen?
Keine ein­fache Frage! Im Augen­blick bin ich sel­ber ger­ade dabei zwis­chen den vie­len Ideen und Zie­len für die Zukunft zu selek­tieren. Welche lassen sich kurzfristig umset­zen? Welche langfristig? Welche erhöhen den Kun­den­nutzen? Welche sind nur schein­bar wichtig? Fra­gen über Fragen.

Aber um ein zukün­ftiges Wach­s­tum zu gewährleis­ten, suche ich im Augen­blick noch Part­ner für ein Joint-Venture-Marketing. Außer­dem möchte ich kurzfristig einen Dia­log mit meiner Ziel­gruppe ermöglichen. Wie ich das außer­halb von Face­book und Co. auf eine per­sön­liche Art und Weise umset­zen kann, muss ich noch ermit­teln. Darüber hin­aus hege ich noch einige weit­ere Pläne, aber man soll ja nicht alles auf ein­mal ver­raten ;-)
Im Augen­blick freue ich mich ein­fach auf den Vorverkauf, der zum 10.08.2011 startet!

Zur Per­son:
Andi Mose ist 29 Jahre alt, glück­lich liiert mit seiner Traum­frau und wohn­haft in München. Nach dem Studium “Inter­na­tionales Han­dels­man­age­ment” an der FH Ingol­stadt ist er seit 2009 Angestell­ter im Ver­sicherungswe­sen und seit Feb­ruar 2011 neben­beru­flicher Grün­der der Firma Kaf­feep­ro­jekt UG (haf­tungs­beschränkt) [www.kaffeeprojekt.de].


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