Ich lese derzeit das Buch What’s Mine is Yours: The Rise of Collaborative Consumption. Unter Collaborative Consumption versteht man ein ökonomisches Modell basierend auf teilen, tauschen, handeln und mieten. Nun sind die Praktiken wirklich nichts Neues und trotzdem kann man von einem neuen Trend sprechen. Ursache hierfür ist vor allem das Inernet, dass die weltweite Vernetzung von Gleichgesinnten verändert hat.
Collaborative Consumption wird von den Autoren Rachel Botsman und Roo Roers in drei Teilgebiete unterteilt:
- Product Service Systems (PSS):
Man zahlt für die Vorteile, die ein Produkt mit sich bringt ohne dass man das Produkt besitzen muss. Der Gedanke dahinter ist ganz einfach: Wenn ich mir eine DVD kaufe, interessiert mich nicht die DVD ansich, sondern der Film darauf. Besonders geeignet ist diese Idee für Gegenstände, die wir nur selten benutzen, wie z.B. ein Auto, dass 23 Std am Tag auf dem Parkplatz steht oder eine Bohrmaschine, die wir vielleicht einmal im Monat nutzen. Beispiel für PSS: Car-Sharing wie Zipcar - Redistribution markets:
Anstatt genutzte Produkte zu entsorgen wird der Lebenszyklus verlängert, indem ein Produkt jemanden zur Verfügung gestellt wird, für den es noch einen Nutzen hat. Beispiel: Tauschen von Produkten auf www.swap.com oder Verkauf auf eBay - Collaborative Lifestyles:
Das teilen von Ressourcen wie Geld, Fähigkeiten, Raum oder Zeit. Beispiele: Co-working-Spaces, AirBnB oder www.landshare.net
Als Appetizer für das Buch empfehle ich Rachel Botsmans Vortrag auf TED.com, die das Ganze noch etwas ausführlicher und ansprechender aufbereitet:
Echt gutes Video und einige interessante Feststellungen. Irgendwie ist das fast eine neue Form bzw. Abwandlung des Sozialismus — einem gehört zwar etwas, aber alle dürfen es benutzen
Naja, dafuer gibt es Geld
Ich Buch wird ausserdem beschrieben, dass viele Product Service Systems umweltfreundlicher sind als wenn jeder das Produkt selbst besitzen wuerde. Trotzdem ist der Anreiz fuer die meisten nicht etwas Gutes fuer die Umwelt zu tun, sondern Geld zu sparen, Flexibilitaet zu gewinne oder Geld zu verdienen — “Umwelt” ist nur ein positiver Nebeneffekt.